Das diesjährige Fronleichnamswochenende war in diesem Jahr ganz besonders von den Pfadfindern des Großauheimer

DPSG Stammes St. Paul herbeigesehnt worden. Ein Teil der Pfadfinder nahm wie gewohnt an der heimischen Fronleichnamsprozession in Heilig Geist teil. Am Abend zuvor waren jedoch voller Vorfreude 15 Großauheimer Pfadfinder und Pfadfinderinnen ins polnische Września in der Nähe von Posen aufgebrochen. Sie konnten es kaum erwarten, das 100jährige Jubiläum des Pfadfinderbezirkes Września mitzufeiern. 

Nach der langen Fahrt kamen die Pfadfinder in Września an. Gestärkt nach einem ausgiebigen Frühstück wurden die Zelte aufgeschlagen. Anschließend erkundeten sie gemeinsam Września.
Am Freitag starteten die offiziellen Feierlichkeiten zum Bezirksjubiläum. Innerhalb dieses großen Festes feierten die Großauheimer ihre nun 5 Jahre andauernde Freundschaft mit der Pfadfindergruppe aus Nekla. Der Bürgermeister von Nekla, Karol Balicki, hatte sehr gern die Schirmherrschaft für dieses Jubiläum übernommen. Während seines Besuchs führten ihn die Großauheimer Pfadfinder durch die Bilderausstellung über die 5jährige Geschichte ihrer deutsch-polnischen Freundschaft. Seine finanzielle Unterstützung seit Beginn der Freundschaft hatte bereits vor fünf Jahren einen ersten Besuch der polnischen Pfadfinder in Großauheim ermöglicht.


Zum großen Bezirksjubiläum waren inzwischen etwa 500 Pfadfinder und Pfadfinderinnen angereist. Die offizielle Eröffnung vereinte alle rund um das Lagerfeuer. Ein sehr kurzweiliges Programm startete mit Ansprachen und endete in einem professionellen Konzert einer in Polen sehr bekannten Pfadfindergruppe.

Der Samstag stand ganz im Zeichen eines Geländespieles. Die Pfadfinder wurden in Altersstufen aufgeteilt. Die Wölflinge, die Jüngsten, absolvierten verschiedene Stationen: Sie buken Pfannkuchen, bastelten Puppen und versuchten sich im polnischen Volkstanz. Die Jungpfadfinder verbrachten den Vormittag mit Integrationsspielen. Dabei regten unsere Pfadfinder das Singen von deutschen und polnischen Liedern an. Das Erlernen der je anderssprachigen Lieder machte Spaß und ließ schnell Kontakte untereinander entstehen. Die Rover, die Ältesten, verbrachten den Vormittag im Wald. Ihre Liebe zur Natur sollte sie dieses Mal in engen Kontakt mit Matsch und Schlamm bringen. So robbten sie über den Boden, mussten Hindernisse überqueren und mit Spezialbrillen über Balken balancieren. 
Das Nachmittagsprogramm begann mit einer Vorführung der örtlichen Feuerwehr. Eine Person wurde mit Schere und Spreize aus einem Fahrzeug geborgen. Spektakulär und lehrreich war der gezeigte Versuch, einen Fettbrand mit Wasser löschen zu wollen. Anschließend gab es für alle Altersgruppen neue Aktionen. So übten sich unsere Pfadfinder im Bogenschießen und Tanzen, bestaunten physikalische und chemische Experimente. Ein Erste-Hilfe-Kurs war möglich und eine Hüpfburg und Zuckerwatte standen zur Erholung und Stärkung bereit.
Am Abend kamen alle erneut um das Lagerfeuer in der benachbarten Arena zusammen. Eine Coverband animierte noch einige Stunden zum Mitsingen und –tanzen.
Der Sonntag startete mit dem Festgottesdienst, den etliche Ehrengäste und Besucher mitfeierten. Ein Chor aus Pfadfinderinnen des Bezirkes Września sorgte für die sehr lebendige musikalische Gestaltung. Anschließend zogen Pfadfinder und Gäste zum Marktplatz. Dort fand ein Appell zur Ehrung etlicher Pfadfinder und Pfadfinderinnen statt. Form und Rahmen einer solchen Veranstaltung sind üblich innerhalb der polnischen Pfadfinderei. Für die jüngeren der Großauheimer Pfadfinder war dies ein bisher unbekanntes Erlebnis. Schnell erkannten sie jedoch die Feierlichkeit und Besonderheit dieses Abschlusses der Jubiläumsfeierlichkeiten.
Schnell nahte die Zeit des Abschieds. Der lange Rückweg stand bevor. Der Aufbruch geschah jedoch nicht ohne das gegenseitige Versprechen auf ein baldiges Wiedersehen. Zu wichtig und tief sind inzwischen einige der während der vorangegangenen gemeinsamen Lager und Aktionen geschlossenen Freundschaften geworden.